Stefan Kaegi, "Staat. Ein Terrarium", 2002
Itsaso Iribarren, "I like when you don't speak", 2006
Pandora Pop, "So darling ...", 2006
Antonia Baehr, "Lachen", Wunder der Prärie 2008
Anticool, "Vicious circle exercise", WdP 2004
Ines Dunemann
EX!T, "f.a.q.", 2004
Hina Strüver, "Castle", WdP 2004
Hina Strüver, "1:10", Wunder der Prärie, (WdP) 2007
Stan's Cafe, "Of all the People ...", WdP 2005
Oßwald/Sautermeister, "Happiness", WdP 2006
She She Pop; "Für alle", WdP 2006
Yvette Coetzee, WdP 2005
Stan's Cafe, WdP 2005
Yvette Coetzee, "Fantastische Möglichkeit", WdP 2005
Tatsumi Orimoto, WdP 2006
Far A Day Cage, "Odysseus", WdP 2005
Friederike & Uwe, "Wasserturm", WdP 2004

Die Rheinpfalz, 24.2.2010: Podiumsdiskussion zu Kulturförderung in Mannheim

in

Vielfalt gefragt
Podiumsdiskussion zu Kulturförderung in Mannheim

Weil der Gemeinderat nächste Woche darüber zu entscheiden hat, ob die Arbeit der Kulturszene mit zusätzlichen 475.000 Euro pro Jahr gefördert wird, redet man in Mannheim im Moment viel über die freie Szene und die finanziellen Grundlagen ihrer Existenz. Bei einer Podiumsdiskussion im Nationaltheater lautete das Thema „Kultur braucht Vielfalt".

Das Schauspielhaus war immerhin zur Hälfte gefüllt, aber die Zuhörer waren dann doch im Wesentlichen die üblichen Verdächtigen: Künstler, Repräsentanten von Kulturinstitutionen, Kommunalpolitiker, Journalisten. Interessierte Bürger? Kaum. Was zu dem passte, was Sascha Koal, Vorstandsmitglied im Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg, meinte, als er sagte, das freie und das etablierte Theater prügelten sich um eine immer kleiner werdende Schicht von Zuschauern. Dafür bezog er umgehend selbst Prügel von Regula Gerber, der Mannheimer Generalintendantin: „Es ist genau umgekehrt. Wir erleben einen großen Zuspruch." Man einigte sich auf die Formulierung, die Rolle des traditionellen Stadttheaters ändere sich in einer sich verändernden Gesellschaft.

Es war der einzige Dissens. Ansonsten war man sich einig. Darüber, dass die Aufstockung des Etats für die freie Kulturszene eine Erhöhung „von sehr wenig auf wenig" bedeute, wie Koal sagte. Darüber, dass der Unterschied zwischen freier Szene und etablierten Kultureinrichtungen wie dem Nationaltheater weniger ein inhaltlicher als ein institutioneller sei. Und darüber, dass ein eigenes Profil unabdingbar ist, wenn man künstlerisch arbeitet - und dass es diese Arbeit erleichtert, wenn man nicht acht Stunden am Tag mit Broterwerbsjob oder dem Formulieren von Förderanträgen verbringen muss.

Auf dem Podium saßen vor allem Vertreter des Theaters, neben Koal und Gerber der Mannheimer Schauspieldirektor Burkhard C. Kosminski, und die künstlerische Leiterin des existenzbedrohten Künstlerhauses zeitraumexit, Gabriele Oßwald. Dass die bildende Kunst noch schneller, dezentraler organisiert und viel weniger auf den Geschmack eines Publikums ausgerichtet ist als das Theater, machte Barbara Hindahl deutlich, die als Vertreterin des Aktionsbündnis bildender Künstler auf dem Podium saß: „Kunst ist lebendig. Räume müssen aus dem Boden sprießen können und wieder geschlossen werden." Die Stadtgalerie im Rathaus ist jedenfalls nicht das, was sich Künstler unter einem spannenden Ausstellungsraum vorstellen.

Als Kosminski den Wunsch nach einem Produktionszentrum „für Theater, Kunst, Tanz und Autoren, zum Arbeiten und für Aufführungen" formulierte, widersprach ihm niemand. Schließlich wollen alle im Prinzip das Gleiche: dass die Kultur einen größeren Stellenwert in der Gesellschaft bekommt, dass Künstler von ihrer Arbeit vernünftig leben können und die kulturelle Vielfalt erhalten bleibt. (heß)