Mannheimer Morgen 14.10.09 Kommentar
Ralf-Carl Langhals rät zur Unterstützung von zeitraumexit
Vieles wurde unternommen, um den Mannheimer Jungbusch aufzuwerten: Popakademie, Musikpark, Promenade und Quartierplatz sind Meilensteine aufwendiger und zukunftsgerichteter Stadtteilentwicklung. Auch die Kauffmannmühle wird immer wieder als idealer Ort für das im Hafenviertel favorisierte jungdynamische Klima genannt, doch Inhaber und Stadt können sich seit Jahren nicht einigen. Gerade hier hat sich Zeitraumexit, wenn auch bei hohen Mieten, einen Platz erkämpft, an dem großstädtisches Flair greifbar geworden ist, der gut angenommen wird und das Viertel bereichert.
Alle bisherigen Maßnahmen für den Kreativkiez waren immer auch deshalb zu rechtfertigen, weil die dort ansässigen Institutionen weit über Stadtteil und Stadt hinausstrahlen. Doch wo Kreativwirtschaft gewünscht wird, darf die Kunst nicht zu kurz kommen. Die Impulse, die von hier aus in Stadt und Land gesendet werden, sind nicht zu unterschätzen und haben in Fachkreisen einen guten Klang. Im bewusst weit gefassten Genre Performance-Kunst bietet Zeitraumexit der Stadt ein Alleinstellungsmerkmal, wo die Durchfahrtsstrecke zwischen Zürich und Hamburg einzig vom Frankfurter Mousonturm und eben Mannheims Zeitraumexit unterbrochen wird. Diese Chance sollte, ja muss Mannheim nutzen, wenn es sich Chancen auf den Kulturhauptstadt-Titel ausrechnen möchte. Lange hat die Stadt da mit einer institutionellen Förderung gezögert, wo Aufbauarbeit aus rein privater Kraft erbracht wurde. Kapazität und Bedeutung hat Exit nach zehn Jahren Entwicklung bewiesen, nun ist das Rathaus gefragt, damit den Wundern der Prärie keine Wunden in der Wüste folgen.
















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