Anticool, "Vicious circle exercise", WdP 2004
She She Pop; "Für alle", WdP 2006
Itsaso Iribarren, "I like when you don't speak", 2006
Hina Strüver, "Castle", WdP 2004
Pandora Pop, "So darling ...", 2006
Stan's Cafe, WdP 2005
Far A Day Cage, "Odysseus", WdP 2005
Oßwald/Sautermeister, "Happiness", WdP 2006
Ines Dunemann
Stefan Kaegi, "Staat. Ein Terrarium", 2002
Stan's Cafe, "Of all the People ...", WdP 2005
Friederike & Uwe, "Wasserturm", WdP 2004
Hina Strüver, "1:10", Wunder der Prärie, (WdP) 2007
Yvette Coetzee, WdP 2005
Yvette Coetzee, "Fantastische Möglichkeit", WdP 2005
Tatsumi Orimoto, WdP 2006
Antonia Baehr, "Lachen", Wunder der Prärie 2008
EX!T, "f.a.q.", 2004

Mannheimer Morgen 22.2.10: Die Kultur braucht Vielfalt

in

Diskussion: Podium zur Freien Szene im Schauspielhaus

Die Kultur braucht auch Vielfalt
Von unserem Redaktionsmitglied Ralf-Carl Langhals

Dissens war kaum zu erwarten. Auf dem Freie-Szene-Podium im Schauspielhaus des Nationaltheaters waren die Gastgeber, Generalintendantin Regula Gerber und Schauspieldirektor Burkhard C. Kosminski, mit den Gästen einig: "Kultur braucht Vielfalt" hieß die Veranstaltung, moderiert von Teresa Henkel (SWR) und Rita Böhmer (Artmetropol.TV). Anstehende Entscheidungen im Gemeinderat hatten ein solches Gespräch für einen Bereich nötig gemacht, dem viele Entscheider leider weiterhin mit Desinteresse begegnen. So nimmt es nicht wunder, dass im halb vollen Schauspielhaus von den Fraktionen der FDP und CDU niemand saß, dem Künstlerschaft, Verbandsvertreter und Kulturamtsmitarbeiter die Bedeutung einer freien darstellenden wie bildenden Szene hätten näher bringen können.

Kunst kostet. Die sich mit Blick auf die Kulturhauptstadtvision abzeichnende Erhöhung der freien Szenemittel sei kein Luxusproblem, sondern verbessere sich lediglich von "sehr wenig auf wenig", wie Kulturausschussmitglied Gerhard Fontagnier (Grüne) klarstellte. Dass sich in den letzten zehn Jahren einiges getan habe, die Grenzen fließender und die Durchlässigkeit von Off-Szene und Institutionen wie dem Stadttheater durchlässiger geworden sind, darin waren sich Regula Gerber und Gabriele Oßwald von Zeitraumexit mit Sascha Koal vom Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg einig.

Hohe Selbstausbeutung
Von Impulsen, die aus dem Off kämen, war ebenso die Rede wie von einer Risikobereitschaft freien Arbeitens, die eine Flexibilitätschance sein könne, sofern, stellt Gerber klar, ein "minimaler finanzieller Schutz" vorliege. Barbara Hindahl vom Aktionsbündnis freier bildender Künstler betont, dass es nicht nur um Geld gehe, sondern auch Sachleistungen, wie die Bereitstellung von Arbeits- und Ausstellungsräumen, "jungen Künstlern Humus für kreative Experimente bereiten" würden.

Eine Hängung im Rathausflur könne damit sicher nicht gemeint sein. Auch Burkhard C. Kosminski ist der Ansicht, dass für den szenischen Bereich ein multipel nutzbares Produktionszentrum Mannheims Freier Szene einen enormen Schub geben könnte. Zu hohe Selbstausbeutungsbereitschaft beklagte man und wünschte sich eine Politisierung der Debatte. Leider diskutieren darüber, ein Blick ins Publikum zeigte es, immer dieselben.