Stan's Cafe, WdP 2005
Antonia Baehr, "Lachen", Wunder der Prärie 2008
Friederike & Uwe, "Wasserturm", WdP 2004
Oßwald/Sautermeister, "Happiness", WdP 2006
Yvette Coetzee, WdP 2005
Stan's Cafe, "Of all the People ...", WdP 2005
She She Pop; "Für alle", WdP 2006
Tatsumi Orimoto, WdP 2006
Far A Day Cage, "Odysseus", WdP 2005
Itsaso Iribarren, "I like when you don't speak", 2006
Yvette Coetzee, "Fantastische Möglichkeit", WdP 2005
Pandora Pop, "So darling ...", 2006
Ines Dunemann
Anticool, "Vicious circle exercise", WdP 2004
EX!T, "f.a.q.", 2004
Stefan Kaegi, "Staat. Ein Terrarium", 2002
Hina Strüver, "Castle", WdP 2004
Hina Strüver, "1:10", Wunder der Prärie, (WdP) 2007

Von Berlin nach Mannheim

Christina Antje Friedrich's picture

Mit gemischten Gefühlen habe ich im November meine langjährige Wahlheimat Berlin verlassen. Da ich bislang sehr umfangreich im Kultursektor (Filmkritik, Theater, Rundfunk, TV) tätig war, ging ich davon aus, dass es doch auch in der Rhein-Neckar-Region nicht schwer fallen sollte, Fuß zu fassen. Weit gefehlt! Einmal abgesehen von fehlenden Geldern mangelt es auch am Willen, dem Kulturbereich Qualität zuzutrauen. Es ist traurig, zu sehen, wie sehr hier engagierte und überaus begabte Menschen gegen Windmühlen ankämpfen. Die generelle wirtschaftliche Lage sei Schuld. Aber welche Wirtschaft hat keine Kultur, auf der sie fußt? Wir nehmen uns selbst den Nährboden zum Leben. Ich persönlich fühle mich als Neu-Zugezogene in der Region bislang nicht wirklich wohl. Mir scheint, Zeitraumexit ist eines der wenigen regionalen Beispiele dafür, wie man Kultur, Integration in diese und eine Balance zwischen Anspruch und dessen Wirtschaftlichkeit selbst in einer angespannten Zeit vereinbar machen kann. Weiter so, dann bleibe ich gerne!

Comments

Markus's picture

Aus der Hauptstadt in die Hauptstadt?

Liebe Christina,

herzlich willkommen in Mannheim! Und - bitte bleib. Denn an interessanten Kulturangeboten mangelt es hier und in der Region nicht. Deren Vielfalt erschließt sich meiner Erfahrung nach oft erst nach einiger Zeit.

Sie existieren allerdings - und da gebe ich dir vollkommen recht- nicht wegen, sondern trotz der kommunalen Verantwortlichen. Der Vergleich mit Berlin kann natürlich aus vielerlei Gründen nur zu Ungunsten Mannheims ausgehen. Trotzdem: beim Engagement seitens der Stadtverwaltungen ist, äußerst vorsichtig ausgedrückt, durchaus Raum nach oben offen. Und auch wenn hier kulturell vieles stattfindet: um wieviel stärker könnte die Szene sein, wenn sie endlich besser ausgestattet würde. Planungssicherheit ist ein alles entscheidender Faktor, der erst ermöglicht, abseits ausgetretener Pfade zu gehen und dabei Neues zu schaffen. Dies ist ohne öffentliche Unterstützung oft kaum umzusetzen. Mit dem oft gehörten Verweis, doch gefälligst private Geldgeber zu aquirieren, stiehlt sich die öffentliche Hand aus der Verantwortung.
Mangelnde Planungssicherheit führt im Gegenzug ganz konkret zu Verlust von hervorranden Veranstaltungen. Das jüngste Beispiel ist eben genau Zeitraumexit: egal wie es weitergeht: ein "Wunder der Prärie 2010" wird es nicht geben. Von einer mangelnden Fähigkeit mit dem Umgang mit Geld, wie es angeblich im Kulturausschuß von einzelnen behauptet wurde, kann keine Rede sein, so eine Behauptung grenzt an Diffamierung. Das Gegenteil ist der Fall. Denn wer trotz einer konstanten Blockadepolitik seitens öffentlicher Förderung solch ein Konzept aufbaut, am Leben erhält und zu einer bleibenden Größe in der Kultuzrszene macht und beständig ausbaut, führt den lebenden Gegenbeweis.

Wollen wir hoffen, dass bei den gerade stattfindenen Beratungen bzgl. des Kulturhaushaltes die Weichen, die in den letzten Wochen gestellt worden sind, nicht wieder umgestellt werden und auf Abstellgleise führen. Zeitraumexit abzukoppeln und sterben zu lassen wäre in vielerlei Hinsicht eine echte Katastrophe für die künstlerische Szene hier. Und ich könnte es dir nicht übel nehmen, wenn du resigniert den Hut nimmst und der Region den Rücken kehrst, die immer weiter davon bedroht würde, sich dank reaktionärer Verantwortlicher in eine kulturelle Sahelzone zu verwandeln. "Von der Hauptstadt in die Kulturhauptstadt"- wäre doch eigentlich ein schöner Buchtitel. Wollen wir hoffen, dass er nicht lauten muss: "Von der Kulturruine zurück in die Hauptstadt". Zum Glück sieht es vorerst nicht danach aus, die Zeichen sind wieder positiver. Wollen wir hoffen, dass es in drei Tagen auch noch so ist.