Mehr Geld für die Freie Szene - Der erste Schritt
Am 4. Februar tagte der Kultur-Ausschuss und beriet unter anderem über die Vorbereitung einer Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt sowie über das Rahmenkonzept zur Förderung der Freien Szene 2010 und 2011.
In seiner Mehrheit unterstützte der Ausschuss den Einsatz eines zusätzlichen Fonds von 475.000 € zur Unterstützung der Freien Szene und gab dies auch als Empfehlung an den Gemeinderat weiter, der vom 1. – 3. März über den Haushalt der Stadt Mannheim 2010/2011 beraten und beschließen wird.
In diesem Fonds sind 95 .000 € für zeitraumexit enthalten. Damit haben wir die absolute Schmerzgrenze erreicht. Unterhalb dieser Summe wäre eine weitere Arbeit nicht mehr möglich. Für dieses Jahr bedeutet das jetzt schon, dass wir kein "Wunder der Prärie" ausrichten können: in dieser kurzen Zeit bis September läßt sich das fehlende Geld nicht mehr akquirieren und zur Vorbereitung ist alles viel zu knapp geworden. Die langen Entscheidungswege bringen so etwas mit sich. Aber wir könnten weiter arbeiten, wir könnten ein gutes Programm machen und 2011 wieder mit den "Wundern" leuchten!
Wir hoffen sehr, dass sich auch der Gemeinderat dieser Entscheidung des Kultur-Ausschusses anschließen wird. Damit wäre ein erster Schritt gemacht, das eklatante Missverhältnis zu ändern zwischen der Förderung der großen städtischen Kulturbetriebe und der Freien Kunst resp. Szene.
Das wäre eine dringend notwendige Maßnahme,
um zu verhindern, dass Mannheim in Zukunft vollends zur Wüstenei wird, weil KünstlerInnen diese Stadt verlassen, weil sie hier nicht arbeiten und damit auch nicht leben können.
Es wäre auch eine mutige Entscheidung für die Kunst und die Kultur in Zeiten der Krise und der kommunalen Finanznöte. Mutig auch deshalb, weil sie eine Entscheidung für die Vielfalt in der Kultur wäre und damit eine deutliche Abkehr von der irrigen Meinung, ein großes Stadttheater, zwei große Museen sowie ein paar Groß-Events seien ausreichend für eine Stadt wie Mannheim.
Mannheim hat ein deutliches Defizit in Sachen Lebensqualität und Urbanität. Eine lebendige Kunstszene mit kleinen Galerien, Cafés, Ateliers, Off-Theatern, Clubs und so weiter, eine gelebte Toleranz und Aufgeschlossenheit gegenüber dem Neuen und Fremden, das macht eine Stadt attraktiv und manche Stadtteile wieder lebenswert.
Aufgeschlossenheit und Toleranz, die Bereitschaft, Entwicklungen zu ermöglichen, ihnen im wahrsten Sinne des Wortes Raum und Zeit zu geben, das würde unseres Erachtens die Grundlage bilden für eine in die Zukunft gerichtete Kultur- und Stadtentwicklungspolitik.
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