Wert oder Geldwert

Freiräume für Kunst und Kultur sind in der Tat eine Voraussetzung für ein lebendiges, inspirierendes und zukunftsfähiges Gemeinwesen...das sollte einer Kommune auch was wert sein. Was leider in der Regel bedeutet dass nur gefördert wird, was sich in geldwertem Gegenwert rechnet. Kulturprojekte ja gerne – sie sollen dann aber dafür sorgen dass Kreativwirtschaft sich ansiedelt. Mit Jugendlichen – besonders gerne, wenn dabei gesellschaftliche Erwartungen und Bedürfnisse wie Integration, Gewaltprävention etc befriedet werden.
Ich wünsche mir eine Stadt in der Kunst einfach Kunst sein darf, sprerrig, streitbar,- wo Kunst einfach da sein darf, ohne nützlich sein zu müssen. Ich wünsche mir eine Stadt, die dafür Sorge trägt dass Kinder und Jugendliche Orte finden, an denen sie sich jenseits von Leistungs- und Bewertungsdruck in neuen Rollenmustern erproben und bestätigen können, wo sie Anregungen zur eigenen künstlerischen Tätigkeit bekommen auch ohne dabei „Talent“ zeigen zu müssen. Ich wünsche mir eine Stadt mit Kunst und Kultur als Breitensport-Bewegung. Ich wünsche mir eine Stadt mit ZeitraumExit, mit FORUM, mit WildWest und noch ein paar anderen mehr!
Birgit Thomas, Theaterpädagogin im FORUM
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Kommentare
Soll Kunst "sich rechnen"?
Liebe Birgit,
das ist mir aus dem Herzen gesprochen. Das passt gut zu dem Hamburger Manifest, das Künstler dort verfaßt haben. Es steht auch auf der Seite hier unter "Informationen".
Kunst schöpft ihre Kraft ja gerade daraus, dass sie nicht einem Verwertungsinteresse unterliegt. Jedenfalls wurde sie mal so betrachtet.
Künstler sind ja schließlich auch keine Pudel oder Zirkuspferdchen.
Auswilderung handzahmer Zirkuspferdchen
"Künstler sind ja schließlich auch keine Pudel oder Zirkuspferdchen" schreibt Nora und hat Recht damit: Kunst schaffen geht nicht zusammen mit dem Tanzen nach der Pfeife der anderen. Nora trifft den Pudel aber dennoch nicht in seinem Kern. Denn die Mannheimer Künstlerschaft hat in den vergangenen Jahren bestenfalls leise gemuckt, wenn Gelder gestrichen wurden oder hier und da gestöhnt, daß sich strukturell für sie nichts verbessert. Im Großen und Ganzen hat sie sich betragen wie eine Herde handzahmer Zirkuspferdchen, willig ihre Runden gedreht, sich städtische Interessen auf den Buckel laden lassen und nach dem Erlöser in Form eines eigenen Beauftragten gefleht. Meinem Eindruck nach verbessert sich die Lage nur peu a peu, mittlerweile wird hier und da mal über den Tellerrand der eigenen Institutions-Bedürfnisse geschaut. Doch noch immer herrscht in Mannheim eine Atmosphäre der Unsolidarität in der die kreativen Krähen einander die Augen aushacken im Kampf um die besten Futterplätze an den Fördertöpfen, statt gemeinsam die Stadt oder auch private Sponsoren um ein mehr und besser an Futtermitteln anzugehen. Dabei könnten sie zusammen so viel erreichen: man sehe nur wie schnell aus öffentlichen Gemeinderatssitzungen geschlossene Veranstaltungen werden, wenn die 'Freien' ihren Besuch ankündigen.